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Sind Schlüsselkinder glückliche Kinder?

Sind Schlüsselkinder glückliche Kinder?

Aloha schenkies!

Der Begriff des Schlüsselkindes stammt aus den 50er/60er Jahren und wurde von dem Psychologen und Pädagogen Otto Speck geprägt. Gemeint ist damit ein Schulkind, das nach der Schule nicht von den Eltern betreut werden kann, da diese beispielsweise ganztags arbeiten gehen. Früher war der Begriff „Schlüsselkind“ negativ behaftet. Schließlich haben alle noch das Idealbild der Familie, in der nur der Vater zur Arbeit muss und die Mutter sich um die Kinder sowie den Haushalt kümmert, in den Köpfen.

Im Laufe der Zeit hat sich das Konstrukt der traditionellen Familie jedoch geändert. Viele Paare müssen aus finanziellen Gründen vollzeit arbeiten. Und wenn es auch nicht wirtschaftliche Gründe sein sollten, gibt es heute insbesondere viele Frauen, die mit den Aufgaben im Haushalt und mit den Kindern geistig einfach nicht ausgelastet sind. Moderne Frauen haben den nachvollziehbaren Wunsch, sich selbst verwirklichen zu dürfen und versuchen mit aller Kraft, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Leider werden solche Familien oft mit der Meinung konfrontiert, dass die Kinder unter einer solchen Situation leiden würden. Die gut gemeinten Ratschläge der älteren Generation oder auch die kleinen gemeinen Stimmchen sogenannter Helikoptereltern hallen noch lange nach und bleiben im Gedächtnis haften. Und so wird schon beim ersten Bockmist, beispielsweise einer Fünf in Mathe, die Schuld erstmal bei sich selbst gesucht.

Die Sache mit dem schlechten Gewissen

Für die Entwicklung von Kindern ist nicht entscheidend, ob die Mutter oder der Vater nach der Schule immer zu Hause ist, sondern wie ausführlich und kontinuierlich sich die Eltern ansonsten um ihren Nachwuchs kümmern bzw. sich mit ihm beschäftigen. Es kommt also in erster Linie auf die Bindung zu den Eltern und zu anderen Bezugspersonen an, was beispielsweise auch Verwandte oder Nachbarn sein können.

Viele arbeitende Eltern machen das, was sie am Mittag mit ihren Kindern vielleicht versäumen, am gemeinsamen Abend, an den Wochenenden oder in den Ferien wieder wett. Das Familienleben konzentriert sich dann auf die gemeinsam vorhandene Zeit, sodass ein normaler Alltag mit normalen Regeln und Gepflogenheiten entsteht – wie bei anderen Familien eben auch.

Eltern von Schlüsselkindern sind nicht automatisch Rabeneltern, die ihre Kinder vernachlässigen! Auch haben diese Kinder nicht zwingend Probleme in der Schule. Ganz im Gegenteil gelten diese Schulkinder als besonders selbstständig und verantwortungsbewusst. Auch die im Jahr 2000 durchgeführte PISA-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es keine signifikanten Unterschiede bei den Leistungen von Schlüsselkindern zu anderen Schulkindern gibt.

Psychologische Studien bestätigen, dass viele Schulkinder mit dem Alleinsein gut zurechtkommen. Ältere Schulkinder genießen diese Art der Freiheit, etwas mehr auf sich selbst gestellt zu sein. Hinzu kommt, dass die Kinder im Gegensatz zu früher besser vernetzt und eingebunden sind. Sie haben fast alle ein Handy und können ihre Eltern bei Fragen oder Unsicherheiten immer erreichen, was wiederum Sicherheit vermittelt. Diese moderne emotionale Reife darf jedoch nicht überschätzt werden. Echter Austausch und die elterliche Wärme darf trotzdem niemals fehlen!

Wenn das Schulkind zum Schlüsselkind wird

Wenn man Fachleuten glauben darf, sollte ein Schlüsselkind mindestens acht Jahre alt sein. Es sollte in der Lage sein, die Uhr zu lesen, Essen zu machen, das Telefon zu bedienen, sich die Zeit einzuteilen und sich zuverlässig an Absprachen zu halten. Ob ein Kind in diesem Alter schon dazu in der Lage ist, kann nach unserer Meinung kein Psychologe oder Pädagoge der Welt entscheiden, sondern nur die Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst.

Etwas vorsichtigere Fachleute setzen das empfohlene Alter für ein Schlüsselkind höher an und raten dazu, Grundschulkinder generell betreuen zu lassen und dem Schulkind einen Schlüssel erst dann zu überreichen, wenn es auf die weiterführende Schule kommt. Erst dann hätten Kinder aller Wahrscheinlichkeit nach die geistige Reife, um sich auch in kritischen Situationen zurecht zu finden. Aber auch hier kommt es nach unserer Meinung auf die individuelle Persönlichkeit des Kindes an.

Regeln und Absprachen gehören dazu

Klare Regeln und Absprachen, an die sich das Schulkind während der nicht-betreuten Zeit halten soll, sorgen für Sicherheit auf beiden Seiten. Folgende Tipps & Tricks sollen helfen, das Projekt „Schlüsselkind“ erfolgreich zu starten:

  1. Testläufe: Es ist sinnvoll, im Rahmen von Testläufen alltägliche Handlungen zu üben. Das Kind soll die Haustür auf- und abschließen, das Essen in der Mikrowelle aufwärmen oder die Oma auf dem Festnetztelefon anrufen. Durch das Einüben der Abläufe kann eine Routine erarbeitet werden, die dem Kind später hilft.
  2. Regelwerk: Wichtig ist es, dem Kind Regeln zu vermitteln. Wie soll es reagieren, wenn ein Fremder an der Tür klingelt? Empfohlen wird, dass Kinder Fremden generell nicht öffnen und niemandem durch Auskünfte wie „Ich bin alleine“ suggerieren, dass die Eltern nicht zu Hause sind.
  3. Absprachen: Das Alleinsein des Schulkindes kann durch Absprachen sinnvoll strukturiert werden. Beispielsweise darf das Kind erst an den Fernseher oder Computer, wenn die Hausaufgaben erledigt worden sind. Auch feste Zeiten für den Medienkonsum können vereinbart werden. Durch diese Absprachen ist die „Solo-Zeit“ gut gefüllt und kommt dem Kind nicht so lange vor.
  4. Verhaltensabläufe für Notfälle festlegen: Das Kind sollte immer wissen, wie es sich im Notfall zu verhalten hat. Es sollte ein Handy haben, in dem alle wichtigen Telefonnummern gespeichert sind. Das Kind muss in der Lage sein, immer seine Eltern zu erreichen und umgekehrt. Des Weiteren sollte es immer einen „Plan B“ geben, der dem Kind Sicherheit vermittelt: Wohin gehe ich, wenn ich meinen Schlüssel verloren habe? An wen wende ich mich, wenn ich mich nicht wohl fühle? Vielleicht ist es möglich, einen vertrauenswürdigen Nachbarn mit einzubeziehen, der auch einen Zweitschlüssel zur Wohnung besitzt und im Notfall helfen kann.
  5. Kommunikation in alles: Eltern sollten immer wissen, wo sich ihr Kind gerade befindet. Deshalb sollte immer vorher darüber gesprochen werden, wann das Kind zu seinem Freund oder auf den Spielplatz darf. Hier kommt es darauf an, wieviel Eigenständigkeit dem Kind zugetraut werden kann und ob es in der Lage ist, pünktlich zu den vereinbarten Zeiten nach Hause zu kommen.
  6. Für Wohlgefühl sorgen: In den dunklen Wintermonaten empfehlen Psychologen, die Wohnung mit Lampen auszustatten, die per Zeitschaltuhr bedient werden können. So ist es möglich, dass das Kind bereits in ein helles Zuhause kommt, was für viele Kinder eine große Bedeutung hat.
  7. Zeit nehmen: Nach Feierabend sollten sich Eltern oder Erziehungsberechtigte bewusst Zeit für das Kind nehmen, statt sofort den üblichen häuslichen Verpflichtungen nachzukommen. Diese intensive Beschäftigungszeit ist wichtig, damit das Kind durch die Zuwendung Geborgenheit erfährt, die es am Nachmittag vielleicht vermisst hat.

Kleine Hilfestellung für das Schlüsselkind

Bevor aus dem Schulkind ein Schlüsselkind wird, können Eltern versuchen, dem Kind die künftige Verantwortung etwas schmackhafter zu machen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass es seinen Schlüssel nicht so schnell verliert.

Die schenkYOU Schlüsselanhänger mit Foto bieten nämlich die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung. Ganz gleich, ob ein Foto vom Kind selbst, den Eltern oder auch dem Lieblings-Kuscheltier auf dem Anhänger verewigt wird – mit Sicherheit bewahrt das Schlüsselkind den so liebevoll dekorierten Schlüssel mit einer guten Portion Stolz auf. Schließlich hat es auch seine guten Seiten, ein echtes Schlüsselkind zu sein, oder?

Mahalo,

eure Ines